Eine Seite zu veröffentlichen bedeutet nicht, dass sie in den Suchergebnissen erscheint. Dieses verbreitete Missverständnis hat zur Folge, dass bei ausbleibenden Besuchern zuerst an der Platzierung gearbeitet wird, obwohl ein vorgelagertes Problem vorliegt. Eine Seite, die nicht im Index der Suchmaschine steht, kann nicht einmal schlecht ranken, weil sie für die Suche schlicht nicht existiert.
Wer aber weiß, ob eine Seite überhaupt aufgenommen wurde, kann die Ursache gezielt eingrenzen, statt Texte umzuschreiben, die die Suchmaschine nie gelesen hat. Die meisten Gründe lassen sich ohne Programmierkenntnisse erkennen und mit überschaubarem Aufwand beheben.
Wie eine Seite in die Suchergebnisse gelangt
Bevor eine Seite angezeigt werden kann, durchläuft sie mehrere Stationen. Die Suchmaschine muss sie zunächst finden, dann abrufen und auslesen und anschließend entscheiden, ob sie in den eigenen Bestand aufgenommen wird. Erst dieser Bestand, der Index, bildet die Grundlage für Suchergebnisse. Jede dieser Stationen kann ins Stocken geraten, und je nach Station unterscheiden sich Ursache und Lösung. Dass eine Seite abgerufen wurde, garantiert zudem noch keine Aufnahme, denn gerade bei neuen oder wenig verlinkten Seiten kann die Suchmaschine die Entscheidung zurückstellen oder sich bewusst dagegen entscheiden.
Typische Ursachen im Unternehmensalltag
Die Gründe für fehlende Seiten lassen sich in drei Gruppen einteilen.
Sperren, die niemand bewusst gesetzt hat
Eine versteckte Anweisung im Quelltext einer Seite kann Suchmaschinen auffordern, sie nicht aufzunehmen. Ebenso kann eine Ausschlussregel für den Zugriff ganze Bereiche der Webseite verschließen. Beides ist während der Entwicklung einer neuen Webseite sinnvoll und wird nach dem Livegang überraschend oft vergessen, wieder zu entfernen.
Bei Neukunden stoßen wir regelmäßig auf solche Überbleibsel aus der Entwicklungsphase. Die Korrektur dauert meist nur wenige Minuten, die unbemerkte Sperre hat zuvor allerdings oft über Monate Anfragen gekostet. Nach jedem Relaunch gehört die Kontrolle dieser Einstellungen deshalb zu unserer Abnahme.
Inhalte ohne erkennbaren Mehrwert
Die Suchmaschine nimmt nicht jede Seite auf, die sie findet. Texte mit wenigen Sätzen, Seiten mit nahezu identischem Inhalt oder Beiträge, die nichts ergänzen, was an anderer Stelle der Webseite nicht schon steht, werden häufig zurückgestellt. Das ist kein Fehler im technischen Sinn, sondern eine Qualitätsentscheidung, die sich nur durch bessere Inhalte ändern lässt.
Seiten ohne Verbindung zum Rest der Webseite
Eine Seite, auf die kein einziger Link von anderen Seiten zeigt, wirkt auf die Suchmaschine unwichtig. Oft fehlt sie außerdem in der Sitemap, also der Übersicht aller Seiten für die Suchmaschine. Wer neue Leistungsseiten veröffentlicht, sollte sie deshalb von thematisch passenden bestehenden Seiten aus verlinken.
Ladegeschwindigkeit: Eine langsame Webseite kostet mehr als Geduld
Die Ursache eingrenzen, ohne Technikwissen
Das kostenlose Analysewerkzeug, das Suchmaschinen für Webseitenbetreiber bereitstellen, zeigt für jede einzelne Seite, ob sie im Index steht. Ist das nicht der Fall, nennt es einen Status mit Begründung. Die Meldung „gefunden, zurzeit nicht indexiert“ deutet meist darauf hin, dass die Suchmaschine die Seite kennt, sie aber noch nicht für wichtig genug hält. Bei „gecrawlt, zurzeit nicht indexiert“ wurde die Seite bereits gelesen und danach nicht aufgenommen, was häufig auf den Inhalt hinweist. Meldungen zu Ausschlüssen durch Anweisungen verweisen dagegen auf die Sperren aus dem vorigen Abschnitt.
Häufig fragen uns Kunden, ob sie die Seite einfach erneut einreichen sollen. Das bringt nur dann etwas, wenn die Ursache vorher beseitigt wurde, denn sonst folgt dieselbe Ablehnung. Zuerst klären wir daher, welcher der drei beschriebenen Gründe vorliegt.
Eine Prüfroutine, die ins Tagesgeschäft passt
Indexierung muss nicht ständig beobachtet werden. Vier Routine-Überprüfungen reichen in den meisten Fällen aus.
- Die Zahl der indexierten Seiten wird einmal im Monat mit der Zahl der Seiten verglichen, die tatsächlich in den Suchergebnissen stehen sollen.
- Wichtige neue Seiten werden ein bis zwei Wochen nach der Veröffentlichung einzeln auf ihren Indexstatus geprüft.
- Nach jedem Relaunch, Systemwechsel oder größeren Update werden die Einstellungen zur Sichtbarkeit kontrolliert.
- Die Sitemap wird aktuell gehalten, sodass neue Seiten dort automatisch erscheinen und gelöschte Seiten verschwinden.
Die Auswertung dauert selten länger und lässt sich einer festen Person im Team zuordnen.
Ein schlanker Index ist kein Mangel

Nicht jede Seite gehört in die Suchergebnisse. Bestätigungsseiten nach dem Formularversand, interne Suchergebnisse oder technische Filteransichten haben dort keinen Platz, und ihr bewusster Ausschluss hält den Bestand übersichtlich. Das Ziel ist deshalb kein möglichst großer Index, sondern ein Index, der genau die Seiten enthält, die Anfragen auslösen sollen. Wer das klar festlegt, erkennt Abweichungen sofort und muss nicht jede Meldung der Suchmaschine als Problem deuten.
Bei Bestandskunden begegnet uns häufig der umgekehrte Fall, nämlich mehrere hundert indexierte Seiten, von denen nur eine Handvoll Anfragen bringt. Das Aufräumen verlangt Entscheidungen, zum Beispiel welche ähnlichen Leistungsseiten zusammengeführt werden, die keine Software abnehmen kann.
Wenn eine wichtige Seite trotzdem fehlt
Sobald feststeht, welche Seiten in der Suche erscheinen sollen, bleibt oft die Frage, warum einzelne davon trotzdem fehlen. Wir prüfen gemeinsam mit Ihnen, wo die Ursache liegt, und übernehmen auf Wunsch die Umsetzung, ob bei den technischen Einstellungen oder bei den Inhalten. Wenn Sie wissen möchten, in welchem Zustand der Index Ihrer Webseite ist, rufen Sie uns gern unter 09561 – 5113078 an, und wir besprechen die nächsten Schritte.
