Rückblick: Googles Bert-Update

Google-WerbungPandu Nayak, Vice President Search bei Google, verkündete am 24. Oktober 2019 per Meldung im Google Blog mit der Überschrift „Suchanfragen besser verstehen als je zuvor“, dass es für die organischen Suchergebnisse bei Google.com sowie für Featured Snippets das Bert Update ausrolle. Dieses kommt seit Dezember auch in Deutschland und vielen weiteren Ländern zum Tragen. Wir blicken zurück und fassen die wichtigsten Erkenntnisse zusammen.

Die Fakten

Laut Google soll es eine sehr umfangreiche Änderung im Algorithmus sein, ob für den Anwender in der Praxis damit Änderungen verbunden sind, ist aber noch nicht ganz klar. Das Akronym Bert bedeutet „Bidirectional Encoder Representations from Transformers“ und steht für ein Konzept in der Computerlinguistik. Ziel ist es bei komplexeren Longtail-Phrasen, den Kontext und die dahinterstehende Suchabsicht besser zu verstehen und daraus ableitend bessere Suchergebnisse einblenden zu können.

Bei Suchanfragen ging Google bisher so vor, dass zum Beispiel Präpositionen mehr oder weniger unter den Tisch fielen. Jetzt soll beispielsweise anhand der Stellung innerhalb der Suchphrase erkannt werden, um was es geht. Google hat mit englischsprachigen Vorher-/Nachher-Screenshots versucht zu verdeutlichen, was damit gemeint ist. So wurde die Anfrage „Can you get medicine for someone pharmacy“ bislang so interpretiert, dass es darum geht, ein Rezept zu bekommen, besagt, das neuere Verständnis, dass der Nutzer wissen möchte, ob er die Medizin in der Apotheke für jemanden abholen könne.

Der Unterschied liegt darin begründet, dass die Präposition „for“ einen anderen Stellenwert hat. Ähnliches gilt für Negationen, die bislang wie Fallobst behandelt wurden, nämlich gar nicht, was häufige Fehldeutungen zur Folge hatte.

Analyse der Auswirkungen

Bert baut auf vorhergehende Updates wie Panda, Hummingbird und Rank Brain auf. Der Nutzen für die Qualität der Suchergebnisse ist augenscheinlich und Google hat gegenüber anderen Suchmaschinen wieder einmal die Nase vorn. Gerade bei der Zunahme an Sprachanfragen auf mobilen Endgeräten bedeutet die Neuerung mehr Komfort für den Nutzer.

Nach wie vor ist allerdings unklar, wie Suchmaschinenoptimierer reagieren können, außer noch mehr als zuvor auf stimmige und hochwertige Texte zu achten. Da in der Voice Search häufig W-Fragen (Wer, wann, was, wo, …?) verwendet werden, könnte es unter Umständen hilfreich sein, den Content gleichermaßen in einem Frage-Antwort-Spiel zu präsentieren.

Sinnvoll sollte es auch sein, in kurzen prägnanten Sätzen zu schreiben, anstatt die Suchmaschine mit langen Schachtelsätzen zu überfordern. Die Tatsache, dass manche Besucher auf anderen Webseiten landen, mag zwar im Einzelfall zu einem Rückgang der Besucherzahlen führen. Es dürfte jedoch kaum Auswirkungen auf die Conversions haben, da die zuvor fehlgeleiteten Besucher nur wenig zu Umsätzen beigetragen haben dürften.

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